Vielleicht eine kleine Geschichte zum Nachdenken
in Zeiten wie diesen, wo "angeblich" in Wien farbige Fahrgäste
aus dem Taxi geschmissen werden!
in Zeiten wie diesen, wo "angeblich" in Wien farbige Fahrgäste
aus dem Taxi geschmissen werden!
Ich hielt vor der bestellten Adresse und betätigte die Hupe.
Nichts rührte sich im Haus.
Nach ein paar Minuten Wartezeit begab ich mich zur Tür und klopfte an… „Einen Augenblick” erklang die Stimme einer älteren Person.
Ich hörte, wie etwas über den Fußboden gezogen wurde.
Die Tür öffnete sich nach einer langen Pause und eine kleine Dame, etwa 90 Jahre alt, stand vor mir.
Angekleidet mit einem einfachen Kleid, auf dem Kopf ein Pillbox- Hütchen, komplett mit Schleier, ein kleines Köfferchen neben sich, sah sie aus wie eine Statistin aus einem Film der 40er Jahre.
Ich warf einen Blick in die Wohnung…
Die Möbel waren mit Tüchern abgedeckt.
Ich sah keine Uhren, keine Figuren,
Vasen oder Geräte in den Regalen oder Fächern der Schränke, alles wie unbewohnt…
Nur in einer Ecke stand ein Karton mit Photos und Andenken.
„Würden Sie mir bitte mit dem Gepäck behilflich sein” fragte sie, und ich trug Köfferchen und Karton zum Wagen und ging zurück um ihr behilflich zu sein.
Sie nahm meinen Arm und wir gingen langsam zum Taxi derweil sie sich mehrmals bedankte.
„Geht schon in Ordnung” antwortete ich, „ich versuche nur, meine Kunden so zu behandeln wie ich es erwarte, dass meine Kollegen meine Eltern behandeln. ”
„Sie sind ein guter Mensch” bemerkte sie und gab mir das Ziel an, mit der Bitte durch die Stadtmitte zu fahren.
Ich machte sie darauf aufmerksam „Das ist aber nicht der kürzeste Weg!”
„Das geht schon in Ordnung, ich habe keine Eile” gab sie zurück, “ich bin auf dem Wege in ein Altersheim...”
Im Rückspiegel sah ich dass ihre Augen feucht wurden
“Ich habe keine Familie mehr” fuhr sie fort “und der Arzt behauptet ich hätte nicht mehr viel Zeit.”
Unauffällig schaltete ich die Taxiuhr ab und fragte: „Wo soll`s denn lang gehen?”
Für die nächsten zwei Stunden gab sie mir die Richtung an, durch viele Straßen und in viele Winkel.
„Hier war ich als Fahrstuhlführerin beschäftigt” erklärte sie vor einem imposanten Gebäude.
An einem alten Möbel-Lager hielten wir an.
„Das war einmal ein Ballhaus, hier nahm ich Tanzunterricht.”
Wir fuhren ganz langsam und schweigend durch den Ortsteil in dem sie als Neu-Vermählte ihr gemeinsames Leben begannen.
Wir blieben oftmals stehen, während sie schweigsam durch die Dunkelheit hinaus auf die Häuser blickte.
Als die Sonne dann den Horizont leicht erhellte bat sie: „ich bin jetzt müde, lasst uns jetzt zum Heim fahren.”
Schweigend ging es zum gewünschten Ziel, es war ein kleines flaches Gebäude, ‘Genesungsheim’ stand auf dem Schild, über eine Auffahrt zum überdachten Portal wo sie sofort von zwei besorgten Pflegekräften mit einem Rollstuhl in Empfang genommen wurde.
Ich folgte mit dem kleinen Köfferchen, und als ich es ihr reichte, griff sie in ihr Handtäschchen und fragte: „Was bin ich ihnen Schuldig?
Ich Antwortete „nichts.”
„Aber Sie müssen doch auch leben” meinte sie.
„Es gibt noch andere Kunden.”
Ohne zu überlegen beugte ich mich zu ihr nieder und legte meinen Arm um ihre schmale Schulter. Sie hielt mich einen Moment fest und sagte leise :
„Du hast am heutigen Abend einer alten Dame eine große Freude bereitet, ich danke dir nochmals…”
Ich drückte ihr noch einmal die Hand, wandte mich um und ging im fahlen Morgenlicht zurück zum Taxi und hörte wie hinter mir die Tür mit einem dumpfen Laut ins Schloss fiel.
Es klang wie der endgültige Schlussstrich unter ein Leben.
Ich hatte keine Lust zu sprechen und mich in der Zentrale zu melden.
Ich fuhr ziellos, in Gedanken versunken, durch die immer noch leeren Straßen bis zum Ende meiner Schicht.
Was wäre geschehen wenn ich nicht gewartet hätte? – nur gehupt und einen Augenblick später davon gefahren wäre? – wenn ich mich geweigert hätte die Fahrt anzunehmen? - wenn ein ungeduldiger Fahrer, in Eile seine Schicht zu beenden, die Fuhre bekommen hätte?
Diese und andere Fragen gingen mir durch den Kopf.
Eines jedenfalls ist sicher, ich habe niemals in meinem Leben etwas von Ausschlag gebender Bedeutung getan.
Wir scheinen so programmiert zu denken oder erwarten daß große Momente in unserem Leben durch große Ereignisse oder gewaltige Geschehen ausgelöst werden.
Ich glaube aber, dass diese ‘Momente’ uns vielfach unerwartet treffen, und oftmals unbemerkt vorüber gehen oder in einem unbedachten Augenblick getarnt, als nebensächliche Kleinigkeiten, übergangen werden.
Kleine Momente von großer Bedeutung!
Die Betroffenen können sich vielleicht nicht mehr genau erinnern was du getan hast und wie du es tatest..., aber sie werden nie vergessen welche Freude sie durch deine Behandlung empfanden!
Vielleicht veranlasst diese Geschichte doch den Einen oder Anderen etwas nachdenklicher zu sein und diese Welt ein bisschen freundlicher zu gestalten…Lg. susibella.
Autor unbekannt
Nur in einer Ecke stand ein Karton mit Photos und Andenken.
„Würden Sie mir bitte mit dem Gepäck behilflich sein” fragte sie, und ich trug Köfferchen und Karton zum Wagen und ging zurück um ihr behilflich zu sein.
Sie nahm meinen Arm und wir gingen langsam zum Taxi derweil sie sich mehrmals bedankte.
„Geht schon in Ordnung” antwortete ich, „ich versuche nur, meine Kunden so zu behandeln wie ich es erwarte, dass meine Kollegen meine Eltern behandeln. ”
„Sie sind ein guter Mensch” bemerkte sie und gab mir das Ziel an, mit der Bitte durch die Stadtmitte zu fahren.
Ich machte sie darauf aufmerksam „Das ist aber nicht der kürzeste Weg!”
„Das geht schon in Ordnung, ich habe keine Eile” gab sie zurück, “ich bin auf dem Wege in ein Altersheim...”
Im Rückspiegel sah ich dass ihre Augen feucht wurden
“Ich habe keine Familie mehr” fuhr sie fort “und der Arzt behauptet ich hätte nicht mehr viel Zeit.”
Unauffällig schaltete ich die Taxiuhr ab und fragte: „Wo soll`s denn lang gehen?”
Für die nächsten zwei Stunden gab sie mir die Richtung an, durch viele Straßen und in viele Winkel.
„Hier war ich als Fahrstuhlführerin beschäftigt” erklärte sie vor einem imposanten Gebäude.
An einem alten Möbel-Lager hielten wir an.
„Das war einmal ein Ballhaus, hier nahm ich Tanzunterricht.”
Wir fuhren ganz langsam und schweigend durch den Ortsteil in dem sie als Neu-Vermählte ihr gemeinsames Leben begannen.
Wir blieben oftmals stehen, während sie schweigsam durch die Dunkelheit hinaus auf die Häuser blickte.
Als die Sonne dann den Horizont leicht erhellte bat sie: „ich bin jetzt müde, lasst uns jetzt zum Heim fahren.”
Schweigend ging es zum gewünschten Ziel, es war ein kleines flaches Gebäude, ‘Genesungsheim’ stand auf dem Schild, über eine Auffahrt zum überdachten Portal wo sie sofort von zwei besorgten Pflegekräften mit einem Rollstuhl in Empfang genommen wurde.
Ich folgte mit dem kleinen Köfferchen, und als ich es ihr reichte, griff sie in ihr Handtäschchen und fragte: „Was bin ich ihnen Schuldig?
Ich Antwortete „nichts.”
„Aber Sie müssen doch auch leben” meinte sie.
„Es gibt noch andere Kunden.”
Ohne zu überlegen beugte ich mich zu ihr nieder und legte meinen Arm um ihre schmale Schulter. Sie hielt mich einen Moment fest und sagte leise :
„Du hast am heutigen Abend einer alten Dame eine große Freude bereitet, ich danke dir nochmals…”
Ich drückte ihr noch einmal die Hand, wandte mich um und ging im fahlen Morgenlicht zurück zum Taxi und hörte wie hinter mir die Tür mit einem dumpfen Laut ins Schloss fiel.
Es klang wie der endgültige Schlussstrich unter ein Leben.
Ich hatte keine Lust zu sprechen und mich in der Zentrale zu melden.
Ich fuhr ziellos, in Gedanken versunken, durch die immer noch leeren Straßen bis zum Ende meiner Schicht.
Was wäre geschehen wenn ich nicht gewartet hätte? – nur gehupt und einen Augenblick später davon gefahren wäre? – wenn ich mich geweigert hätte die Fahrt anzunehmen? - wenn ein ungeduldiger Fahrer, in Eile seine Schicht zu beenden, die Fuhre bekommen hätte?
Diese und andere Fragen gingen mir durch den Kopf.
Eines jedenfalls ist sicher, ich habe niemals in meinem Leben etwas von Ausschlag gebender Bedeutung getan.
Wir scheinen so programmiert zu denken oder erwarten daß große Momente in unserem Leben durch große Ereignisse oder gewaltige Geschehen ausgelöst werden.
Ich glaube aber, dass diese ‘Momente’ uns vielfach unerwartet treffen, und oftmals unbemerkt vorüber gehen oder in einem unbedachten Augenblick getarnt, als nebensächliche Kleinigkeiten, übergangen werden.
Kleine Momente von großer Bedeutung!
Die Betroffenen können sich vielleicht nicht mehr genau erinnern was du getan hast und wie du es tatest..., aber sie werden nie vergessen welche Freude sie durch deine Behandlung empfanden!
Vielleicht veranlasst diese Geschichte doch den Einen oder Anderen etwas nachdenklicher zu sein und diese Welt ein bisschen freundlicher zu gestalten…Lg. susibella.
Autor unbekannt

Liebe Inge,
AntwortenLöscheneigentlich wollte ich schon ins Bett gehen, da dachte ich, ich muss unbedingt noch meine Post abfragen und fand nun hier Deinen lieben Eintrag in meinem Eckchen. DANKE dafür.
Ich ging auf Deine Seiten und fand diese herrliche Geschichte des Taxifahrers, die mir nun sehr zu Herzen geht und mich sicherlich in den Traum rüberbegleiten wird.
Es sind einfach nicht die großen Dinge, die anderen Menschen Freude machen, es sind kleine, fast unscheinbare Aufmerksamkeiten, die Einfühlungsvermögen voraussetzen und wie sehr kann man sich selber damit glücklich machen, wenn man einem Menschen mit geschenkter Zeit etwas Gutes tut.
Es rührt mich - DANKE für diese nachdenkliche Geschichte, derer es ganz sicher viele gibt, wenn sie jeder aufschreiben würde.
GUTE NACHT wünscht Dir
RENATE
und liebe Grüße nach Wien!
Liebe Ilse!
AntwortenLöschenDie Geschichte ist wunderbar. Möge uns immer das Mitgefühl für andere Menschen erhalten bleiben.
Lieben Gruß
Lemmie